So trägst du Wolle das ganze Jahr über – auch im Sommer

Die meisten verbinden Wolle mit Winter und Kälte. Das ist verständlich – aber es ist nur die halbe Wahrheit. Dieselbe Eigenschaft, die dich im Winter warm hält, sorgt dafür, dass dünne Merinowolle dich an einem heißen Sommertag tatsächlich kühler halten kann als Baumwolle.

Gleiche Faser, anderes Gewicht

Das Geheimnis ist das Gewicht. Ein Pullover mit 300 g/m² isoliert – er ist für Kälte gedacht. Ein T-Shirt oder Unterkleidungsstück mit 150 g/m² funktioniert ganz anders: Es reguliert Feuchtigkeit vom Körper schnell, trocknet rasch und verhindert nicht, dass Wärme entweicht.

Baumwolle absorbiert Schweiß und hält ihn fest. An einem warmen Tag bedeutet das, dass das T-Shirt am Körper klebt und lange zum Trocknen braucht. Merinowolle absorbiert Feuchtigkeit in die Faser und gibt sie nach und nach als Dampf ab – die Haut bleibt selbst bei Wärme relativ trocken.

Wolle im Sommer: konkrete Situationen

  • Bergtour im Juli: Das Wetter in den norwegischen Bergen ist unvorhersehbar. Ein dünnes Merino-Shirt bewältigt Sonne, plötzlichen Regen und Temperaturabfall am Abend – ohne dass du dein Kleidungsstück wechseln musst.
  • Reisen mit dem Flugzeug und warme Städte: Merinowolle riecht nicht nach einem langen Reisetag. Du kannst dasselbe Kleidungsstück mehrere Tage ohne Beschwerden tragen – perfekt für leichtes Reisegepäck.
  • Radfahren und aktives Pendeln: Merinowolle absorbiert den Schweiß, ohne dass du bei deiner Ankunft danach riechst. Synthetik kann bereits nach dem ersten Tragen stark riechen.
  • Warme Sommernächte mit wechselnder Temperatur: Ein dünnes Wollkleidungsstück als Pyjama reguliert die Temperatur über Nacht besser als Baumwolle.

Worauf du für den Sommergebrauch achten solltest

  • Gewicht: 150–180 g/m² ist ideal für den Sommer. Alles über 200 g/m² ist ein Winterkleidungsstück.
  • Gestrick: Offeneres Gestrick sorgt für bessere Luftzirkulation. Dichte Gewebe sind besser für Isolierung, nicht für den Sommergebrauch.
  • Farbe: Helle Farben reflektieren mehr Wärme. Das gilt auch für Wolle.
  • Schnitt: Eine lockerere Passform sorgt für mehr Luftzirkulation als eng anliegende Kleidungsstücke.

 

FAQ

Kann man im Sommer Merinowolle tragen? +
Ja, dünne Merinowolle (unter 150 g/m²) funktioniert im Sommer hervorragend – sie hält dich kühl, indem sie Feuchtigkeit von der Haut wegtransportiert.
Wird einem im Sommer mit Wolle nicht zu warm? +
Nein, dünne Merinowolle ist atmungsaktiv und kühl. Es ist das isolierende Luftpolster in dicker Wolle, das wärmt – dünner Wolle fehlt dieses.
Welches Wollgewicht eignet sich für den Sommer? +
150 g/m² oder weniger eignen sich für Sommer und warmes Wetter. Das ist dünn genug, um kühl zu sein, bietet aber weiterhin UV-Schutz.
Ist Wolle im Sommer nicht zu warm? +
Nicht dünne Merinowolle. Dicke und Gewicht sind entscheidend, nicht das Material an sich. Merinowolle mit 150 g/m² ist an einem aktiven Tag kühler zu tragen als ein dickes Baumwoll-T-Shirt.
Kann ich im Sommer Merinowolle direkt auf der Haut tragen? +
Ja, tatsächlich ist dünne Merinowolle hierfür am besten geeignet. Fasern feiner als 20 Mikron sind weich genug, um als einzige Schicht auf der Haut getragen zu werden.
Wie wasche ich Sommer-Merinowolle? +
Schonende Maschinenwäsche im Wollprogramm mit kaltem Wasser oder Handwäsche. Liegend trocknen – nicht im Wäschetrockner. Dünne Merinowolle trocknet von selbst schnell. Die dünnsten Merinokleidungsstücke von Lanullvas wurden genau dafür entwickelt: um auf einer regennassen Aprilwanderung ebenso gut zu funktionieren wie auf einer warmen Sommer-Bergwanderung.