Du kennst es: Du gehst schnell bergauf, dir wird warm und du beginnst zu schwitzen. Wenn du stehen bleibst, wird dir in weniger als fünf Minuten kalt. Mit deinem Körper ist nichts falsch – es fehlt das Schichtsystem.
Die Luft zwischen den Schichten isoliert – nicht das Kleidungsstück
Die wichtigste Erkenntnis beim Schichtsystem ist diese: Es ist die ruhende Luft, die dich warm hält, nicht das Material selbst. Die Kräuselung der Wollfasern schafft natürliche Luftpolster im Stoff. Und der Abstand zwischen den einzelnen Schichten schafft einen weiteren Puffer.
Zwei dünne Schichten sind daher wärmer als eine dicke Schicht mit demselben Gesamtgewicht – weil du zwei Luftschichten statt einer hast. Und zwei dünne Schichten lassen sich viel besser regulieren: eine ausziehen, eine hinzufügen.
Die drei Schichten und ihre Funktion
- Schicht 1 – Direkt auf der Haut: Dünnes Merinokleidungsstück (150–180 g/m²). Aufgabe: Feuchtigkeit schnell von der Haut wegtransportieren. Die Haut trocken halten. Dies ist die wichtigste Schicht – versagt sie, versagt das ganze System.
- Schicht 2 – Mittlere Isolationsschicht: Dickeres Merinokleidungsstück oder Wollstrick (230–280 g/m²). Aufgabe: warme Luft einschließen und isolieren. Hier sitzt die Wärme.
- Schicht 3 – Außen: Winddichte oder wasserdichte Schale. Wolle allein ist nicht winddicht. Die äußerste Schicht schützt vor den Elementen von außen und lässt Feuchtigkeit von innen entweichen.
Die häufigsten Fehler
- Baumwolle als Innenschicht: Baumwolle hält Feuchtigkeit fest. Eine Baumwoll-Innenschicht, die nass wird, macht den Rest des Systems ineffektiv und kann im schlimmsten Fall zur Auskühlung führen.
- Zu dicke Innenschicht: Eine dicke Innenschicht schwitzt du schnell durch, und sie trocknet langsam. Dünn und eng an der Haut ist richtig.
- Nicht unterwegs anpassen: Beginne die Aktivität etwas kühler, als du glaubst zu brauchen. Ziehe bei hoher Aktivität die mittlere Schicht aus. Ziehe sie in Pausen wieder an. Das System ist dafür gedacht, angepasst zu werden.