„Cotton kills“ ist ein bekannter Ausspruch in der Outdoor-Szene. Es klingt dramatisch, basiert aber auf Physik, nicht auf Übertreibung. Baumwolle in den Bergen kann im schlimmsten Fall zu Unterkühlung beitragen. Hier ist der Grund – und was du stattdessen tragen solltest.
Es geht darum, was passiert, wenn du feucht wirst
Baumwolle absorbiert Feuchtigkeit schnell und effizient. Das ist ein Vorteil, wenn du Verschüttetes in der Küche aufwischst. Am Körper ist es ein Problem. Feuchte Baumwolle verliert fast ihre gesamte Isolierfähigkeit. Ein nasses Baumwollshirt hält dich nicht warm – es kühlt dich durch Verdunstung und Wärmeleitung aktiv aus.
Merinowolle hingegen kann bis zu 35 % ihres Gewichts an Feuchtigkeit aufnehmen und trotzdem isolieren. Die Faser hält selbst dann ein Luftpolster in sich, wenn die Oberfläche leicht feucht ist. Du merkst kaum, dass das Kleidungsstück feucht ist – auf der Haut fühlt es sich trocken an.
Die Trocknungszeit ist dramatisch unterschiedlich
Ein feuchtes Baumwoll-T-Shirt kann 3–5 Mal länger zum Trocknen brauchen als ein entsprechendes Merinoshirt. Bei norwegischem Bergwetter, wenn du nicht immer wählen kannst, anzuhalten und dich umzuziehen, ist das der Unterschied zwischen Komfort und gefährlicher Auskühlung.
Weitere Vorteile von Merinowolle unterwegs
- Geruch: Merinowolle ist von Natur aus antibakteriell. Du kannst sie mehrere Tage auf Tour tragen, ohne dass sie zu riechen beginnt. Baumwolle riecht schnell nach Schweiß.
- Temperaturregulierung: Merinowolle passt sich dem Aktivitätsniveau an. Baumwolle tut das nicht.
- Gewicht: Merinowolle ist leichter als entsprechend warme Baumwolle. Auf Mehrtagestouren zählt das.
- Haltbarkeit: Merinowolle biegt sich Hunderttausende Male, ohne zu brechen. Baumwollfasern sind bei Aktivität anfälliger für mechanischen Verschleiß.